Wenn Frauen töten - Psychiatrische Annäherung an das Phänomen weiblicher Gewalt
Michael Soyka
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"Schweigen heißt aber immer auch Nichtwissen, Unverständnis und Vorurteil", schreibt Michael Soyka im Vorwort zu seinem Buch "Wenn Frauen töten. Psychiatrische Annäherung an das Phänomen weiblicher Gewalt". Als Psychiater und Autor wirbt er überzeugend für eine bessere Akzeptanz der Forensik in der Öffentlichkeit. Daher ist es wohl auch kein Zufall, dass im Mittelpunkt seines Buches sechs Straftaten und Schicksale von Frauen stehen, die getötet haben oder versucht haben, es zu tun. Dabei beleuchtet er ihre Motive und Psychen.
Dieses Buch ist kein Lehrbuch der forensischen Psychiatrie. Es gibt aber Denkanstöße zum Verständnis psychisch kranker Rechtsbrecher. Und es liefert Möglichkeiten der Ursachenforschung, ohne dabei den Anspruch zu erheben, alles erklären oder verstehen zu können.
Soyka schildert die teilweise entsetzlichen Taten auf eine Weise, die den Leser wie ein Roman mitnimmt, ihn in eine Art Sog zieht und ihn zu einer neuen Nachdenklichkeit anregt. Der Autor schlägt dabei einen beeindruckend weiten Bogen, der von der griechischen Mythologie über Goethe bis hin zur Rechts- und Psychiatriegeschichte und zu den Grundlagen der modernen Psychiatrie und psychiatrischen Begutachtung reicht.
"Die Fälle, die Michael Soyka in diesem Buch analysiert, gewähren bestürzende Einblicke in die Lebenswirklichkeit von Frauen mitten unter uns. Jeder Jurist, der mit dem Strafrecht zu tun hat, jeder Journalist, der die Welt, in der wir leben, zu beschreiben versucht, jeder, der mehr wissen will, als die Medien an Sensationsmeldungen täglich ausspucken, wird darin Orientierungshilfen finden - auch wenn Soyka nicht auf jedes 'Warum' eine Antwort parat hat." Gisela Friedrichsen ("Der Spiegel") im Geleitwort.
Aus dem Inhalt: Geleitwort "Mir graust vor mir selbst" von Gisela Friedrichsen. Einführung: Was will dieses Buch? Verbrechen in Deutschland. Mörderinnen in Film und Show. Wissenswertes zur Kriminalstatistik. Wie wird man Psychiater? Wie wird man psychiatrischer Gutachter? Gesetzliche Grundlagen u.a.
Fall 1: Sabine - die verlorenen Kinder, Fall 2: Maria - Rasende Eifersucht, Fall 3: Sonja - Das verschwiegene Kind, Fall 4: Anke - Täterin aus Schwäche, Fall 5: Magda - Raubmord, Fall 6: Inge - von Müll und Wahn, Epilog: Sabine - 4 Jahre später.
Zum Autor: Michael Soyka, geboren 1959 in Berlin. 1977 - 1983 Studium der Humanmedizin in Kiel, Würzburg, London und München. Staatsexamen und Approbation 1983, Promotion 1984. Seit 1985 als wissenschaftlicher Mitarbeiter, später als Oberarzt an der Psychiatrischen Universitätsklinik München. Habilitation 1994. 2001 Zertifizierung "Forensische Psychiatrie" der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN). Gutachtertätigkeit.
"Wenn Frauen töten. Psychiatrische Annäherung an das Phänomen weiblicher Gewalt", Schattauer (November 2004), 176 Seiten, 4 Abb., 2 Tab., gebunden. ISBN 3-7945-2346-6 |